Montag, 16. Oktober 2017

Unser Wochenende

An diesem Wochenende war ich viel unterwegs. Am Samstag stehen wir relativ früh auf, denn der Liebste hat sich bereiterklärt, mich zum Gut Karlshöhe zu fahren, wo ich ein Modul meiner Weiterbildung zur Fachkraft für Naturerlebnispädagogik nachholen darf. Um 9 Uhr soll es dort losgehen. Wir frühstücken schnell. Ich packe meinen Korb mit einem Blech Lebkuchen für das Buffet und meinem Thermokaffeebecher.

Nachdem der Liebste mich in Karlshöhe abgeliefert hat, fährt er mit den Kindern einkaufen. Ich werde herzlich von der Seminargruppe aufgenommen. Ich fühle mich gleich ganz heimisch. Ich kenne niemanden, aber das macht gar nichts. Alle sind ganz offen und zugewandt. Das Thema diesmal ist "Land-Art". Darauf habe ich mich schon bei der Anmeldung zur Weiterbildung vor zwei Jahren am meisten gefreut.

Ein sehr bekannter Vertreter von Land-Art ist natürlich der Schotte Andy Goldsworthy. Er hat unendlich schöne Land-Art erschaffen und in zahlreichen Bildbänden festgehalten. Der Film "Rivers and Tides"* über ihn und seine Arbeit ist ein ganz besonderes Stück Filmkunst und vor allem sehr entspannend.

Nach einer kleinen Vorstellungsrunde gehen wir gleich nach draußen und steuern zuerst den Bauerngarten an. Der ist jetzt im Herbst schon ziemlich kahl, aber trotzdem noch recht bunt. In einer ersten Übung sollen wir mal schauen, wo wir im Gelände Farben, Formen oder Linien finden, aus denen sich etwas machen lässt. Meine Partnerin und ich finden einen geschwungenen Wegesrand und betonen ihn mit rotem Laub. Auch die anderen Teilnehmerinnen haben gute Ideen.

Später sammeln wir verschiedene Erden und machen daraus Erdfarben. Damit können wir experimentieren wir und entwickeln unsere Zeichnung weiter, die wir vorher auf der Streuobstwiese angefertigt haben.

Nach der Mittagspause gehen wir wieder ins Gelände und dürfen ganz frei unser eigenes Land-Art-Kunstwerk in der Natur erschaffen. Das gefällt mir sehr. Fast eine Stunde lang stehe ich im hohen Gras, denke und summe vor mich hin und flechte und drehe Grashalme. Ich finde das sehr meditativ und würde das gerne öfters machen.

Ein paar schöne Literaturtipps habe ich mir für meinen Wunschzettel mitgenommen, z.B. das Buch "Naturwerkstatt Landart"* oder "Ideenbuch Landart"*.

Um 17 Uhr holt mich der Liebste mit den Kindern ab. Eigentlich wollten wir noch einen Kaffee im Restaurant auf dem Gut trinken, aber leider ist dort, wie in letzter Zeit schon öfter, eine geschlossene Gesellschaft.

Aber es ist eh schon spät und so gehen zu Hause die Jungs in die Badewanne und der Abend verläuft ganz ruhig. Die Augustschnuppe will nicht so recht einschlafen, so schuckle ich sie gegen Mitternacht auf der Bettkante sitzend und kippe einmal fast nach hinten, weil ich im Sitzen eingeschlafen bin. Dann schläft sie aber bis auf eine Trinkpause in der Nacht ziemlich gut.






Um 6:30 Uhr am Sonntagmorgen werden der Liebste und ich von einem schrillen Kreischen der Augustschnuppe geweckt. Entweder hat sie komisch geträumt oder regt sich auf, weil sie eine verstopfte Nase hat.

Draußen ist dichter Nebel. Aber nur eine Stunde später strahlt die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Wir frühstücken gemütlich und trödeln vor uns hin. Wir schauen die "Sendung mit der Maus" wo der 60. Geburtstag vom kleinen Maulwurf gefeiert wird. Den lieben wir alle, der Liebste und ich schon seit unserer Kindheit.

Der Liebste spielt mit dem Adventsjungen unser neues Spiel "Spinderella"*, was sich sehr lustig anhört. Ich koche Kürbissuppe mit angebratenen Würstchen und Brotwürfeln. Wir essen erst gegen 14 Uhr.

Weil das Wetter so dermaßen schön aussieht, gehen wir dann bald raus. Der Liebste und die Kinder bringen mich zum nächsten U-Bahnhof. Dort ist eine sehr begehrte Eisdiele, die natürlich bei dem Wetter belagert ist. Wir bekommen trotzdem einen schönen Platz und essen unser Eis.

Dann verabschiede ich mich von meiner Familie, denn ich fahre in die Innenstadt. Dort möchte ich in der Laeiszhalle ein Konzert besuchen. Die Gruppe "Trobar e Cantar" bietet mittelalterliche Musik mit Gesang und Instrumenten dar.

Ich fahre mit der U-Bahn in die Stadt und habe noch ein bisschen Zeit. Ich biege auf meinem Weg zur Laeiszhalle einfach mal ab und stehe plötzlich vor einem See, über dem der Hamburger Fernsehturm aufragt. Herbstfarben leuchten überall in der tief stehenden Sonne. Wie malerisch! Ich laufe ein wenig durch den Park und merke erst jetzt, dass ich bei "Planten un Blomen" gelandet bin. Hüstel, nun wohnen wir schon 8 Jahre in Hamburg und waren noch nie dort. Was ich sehe, gefällt mir gut, auch wenn der Park bei dem Wetter rappelvoll ist.

Aber dann ist es Zeit für das Konzert. Auf einer kleinen Studiobühne spielt das Ensemble Lieder aus verschiedenen Epochen. Mich interessieren neben dem Gesang vor allem die Instrumente, die originalgetreu nachgebaut wurden. Da gibt es ganz verschiedene Flöten, Schalmeien, Krummhörner und sogar ein Gemshorn, auf dem sehr elegant gespielt wird. Es ist eine Freude! Bald soll es auch eine neue CD der Gruppe geben. Mehr Informationen finden sich auf der Facebookseite.

Nach dem Konzert mache ich mich auf den Heimweg. Es ist schon fast dunkel. Zu Hause angekommen, sehe ich Sterne an dem wolkenlosen Himmel und höre in der blauschwarzen Weite Gänse tröten. Drinnen sage ich den großen Kindern gute Nacht, die noch auf sind, weil die Herbstferien begonnen haben. Dann bekuschle ich den Liebsten, der mir ein schönes Wochenende gegönnt hat und nehme die Augustschnuppe in den Arm.


Noch mehr Familienwochenenden sind bei Susanne versammelt.









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Donnerstag, 12. Oktober 2017

12 von 12 im Oktober

Heute ist wieder 12 von 12. Das Fotoprojekt gibt es schon ziemlich lange. Am 12. eines Monats macht man Fotos vom Tagesablauf und zeigt dann am Ende des Tages 12 Bilder im Blog. Das Blog finde ich immernoch den besten Ort dafür, denn auf Instagram wird die Reihenfolge gerne durcheinandergewürfelt. Gesammelt werden alle Beiträge bei Caro, die heute Geburtstag hat.


Hier ist z.B. mein allererstes 12 von 12 vom Februar 2009. Da war das Mutzelchen noch ganz klein. Und im Juni 2009 war der kleine Bruder ganz frisch geboren, hachseufz... Vor zwei Jahren war mein 12. Oktober sehr arbeitsreich und vollgepackt. Und im letzten Jahr hatte ich im Oktober gerade eine sehr schwere Zeit hinter mir. Schon interessant, ab und zu auch solche Alltagssituationen zu dokumentieren und anzuschauen.

Heute bin ich um 1:30 Uhr wach und um 5. Die Augustschnuppe trinkt im Halbschlaf ihre Flasche leer und schläft danach gleich wieder in ihrem Beistellbettchen weiter. Um 6 Uhr steht der Liebste auf, ich werde von ihm eine halbe Stunde später geweckt.

Um 7 Uhr fährt der Liebste ins Büro. Ich verabschiede ein wenig später die Schulkinder, die alleine gehen. Den Adventsjungen bringe ich in den Kindergarten. Aber erstmal wecken wir die Augustschnuppe, die noch ihre Flasche bekommt, bevor wir losgehen.


Nachdem ich den Adventsjungen weggebracht habe, fahre ich mit dem Bus ins Ortszentrum. Auf dem Weg komme ich an diesem offensichtlich wenig genutzten Fahrrad vorbei. Es ist ziemlich windig, regnet aber zur Abwechslung mal nicht. Die Wolken fliegen über den Himmel und wechseln sich mit Sonnenschein ab.


In der Fußgängerzone ist heute Biomarkt. Da ist auch das Gut Wulfsdorf vertreten, das wir oft am Wochenende besuchen. Deshalb brauche ich heute nichts auf dem Markt kaufen. So früh ist es noch ziemlich leer. Ich kaufe im Bioladen Kardamom-Nachschub für die Zimtschnecken.

Bei Tchibo schaue ich kurz rein, ob es vielleicht eine Winterjacke für das Mutzelchen gibt. Im Internet ist ihre Größe schon längst vergriffen und auch der Filialfinder zeigte an, dass keine Jacken mehr vorrätig sind. Ich frage trotzdem bei der Angestellten nach. Und siehe da: gestern wurde eine Jacke nicht abgeholt. Genau in der richtigen Größe, perfekt!


Bei dm nehme ich Shampoo mit und schaue in der Babyabteilung nach Wickelbodys für die Augustschnuppe. Ich mag die, weil sie so schön schlicht und ziemlich neutral sind. Von dem Pfadfinder in der Kleidung habe ich letztes Jahr bei einer Veranstaltung erfahren. Da kann ich vom Baumwollanbau bis zum Versand erfahren, wie das Kleidungsstück entstanden ist. (Dafür, dass der Body so weit gereist ist, finde ich 4,50 Euro fast zu günstig.)


Gegen 10 Uhr bin ich schon wieder zurück zu Hause. Die Augustschnuppe bekommt ihre Flasche und danach halte ich sie eine Weile auf meinem Schoß. Irgendwann wird sie müde und schläft ein.


Ich lege die Kleine auf dem Sofa ab und umpolstere sie mit Kissen. Dann habe ich Zeit, ein bisschen Haushaltskram zu erledigen. Geschirrspüler einräumen, Flaschen säubern, Bad putzen, aufräumen, Pakete für die Nachbarin annehmen...


Ich freue mich schon sehr auf mein Mittagessen. Mal wieder ein Fertiggericht. Aber was für eins! Putencurry mit Süßkartoffeln, Mango und Erdnüssen. Moah, wie lecker! Vor ein paar Tagen habe ich nämlich ein Testpaket von "Gesund und Mutter" zugesendet bekommen. Susi hat die Idee gehabt, für Mütter im Wochenbett, in der Stillzeit und darüber hinaus gesundes qualitativ hochwertiges Essen anzubieten, das als Vorrat nach Hause geliefert wird. Frisch gekocht und in schönen Gläsern eingeweckt ist das eine wunderbare Art, sich gut um sich zu kümmern. Die anderen Gerichte, die ich schon probiert habe, waren auch grandios lecker, die könnte ich täglich essen. Auch eine super Geschenkidee zur Geburt!


Das Mutzelchen kommt nach Hause. Zwei gute Noten hat sie im Gepäck, jeweils eine 2 im Mathe- und Englisch-Test. Die Augustschnuppe bekommt wieder eine Flasche und dann darf ich die Kleine bei der großen Schwester lassen und hole schnell den Adventsjungen aus dem Kindergarten ab. Ich fahre mit dem Lastenrad, das geht schneller. Ich freue mich schon drauf, wenn das Baby sitzen kann und auch endlich in einem eigenen Babysitz mitfahren darf.


Draußen entdecken wir wieder schöne Pilze auf der Wiese und unter den Bäumen. Geht das nur mir so, oder gibt es in diesem Jahr besonders viele?


Zu Hause ist die Kleinste wieder umringt von ihren Geschwistern. So sieht das täglich bei uns aus. 9 Wochen genau ist sie heute schon bei uns. Die Geschichte ihrer überraschenden Geburt hier bei uns zu Hause ist immer wieder schön.

Der kleine Bruder ist heute nach dem Unterricht mit zu seinem besten Freund gegangen, denn der Hort hat heute geschlossen. Der Liebste wird ihn nach der Arbeit auf dem Heimweg abholen.


Für den Nachmittagssnack habe ich den Kindern ein sogenanntes Hanseatenherz vom Bäcker mitgebracht. Das sind große Kekse aus Mürbeteig, die von viel Marmelade zusammengehalten werden und mit weiß-rotem Zuckerguss bestrichen sind. Weiß-rot wie die Hamburger Flagge.


Das Mutzelchen fährt dann mit dem Bus alleine zum Ballettunterricht. Der Adventsjunge darf zwei, drei Folgen seiner aktuellen Lieblingsserie "Paw Patrol"* sehen. Der Hit bei 4 bis 5jährigen! Ich setze mich dazu, die Augustschnuppe im Arm, eine Tasse Kaffee dazu und schuckle sie ein. Sie schläft aber nur ein paar Minuten.

Dann will der Adventsjunge in die Badewanne gehen. Wir warten noch auf die restlichen Familienmitglieder und um 18 Uhr soll es Abendbrot geben. Der Liebste und der kleine Bruder verspäten sich, denn sie haben sich wieder verquatscht. Wir fangen schonmal mit dem Essen an. Die Augustschnuppe schreit sich kurz in Rage, weil sie schon wieder müde ist. Ich trage sie kurz in der Gegend rum, bis sie in meinem Arm einschläft. Der Adventsjunge darf schon KIKA schauen. Erst nach dem Sandmännchen trudeln der Liebste und der kleine Bruder ein.

Das Mutzelchen räumt den Geschirrspüler aus und ich kann das Baby auf dem Sofa ablegen. Ich gehe mit dem Adventsjungen Zähne putzen und bringe ihn ins Bett. Der kleine Bruder riecht nach Rauch, denn sein Freund und er haben in dessen Garten ein großes Lagerfeuer gemacht. Also alle Klamotten in die Waschmaschine und ab unter die Dusche. Das Baby ist schon wieder wach und hat Hunger. Der Liebste gibt ihr die Flasche. Ich bringe der Nachbarin schnell ihr Paket vorbei.

Wenn Ruhe eingekehrt ist, schauen wir vielleicht "Länder, Menschen, Abenteuer". Tee und Schokolade sollen auch eine Rolle dabei spielen.


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Mittwoch, 11. Oktober 2017

Gefilzte Hagebutten


Als letzte Woche der große Sturm über uns hinwegfegte, fielen mir ein paar abgebrochene Zweige buchstäblich vor die Füße. (Die dicken Äste sind zum Glück zu einem anderen Zeitpunkt runtergekommen.) Das war der Hinweis, endlich mal mein kreatives Vorhaben vom letzten Jahr umzusetzen.

In einem Modul meiner Weiterbildung zur Fachkraft für Naturerlebnispädagogik habe ich das Filzen kennengelernt. Das war so schön! Das Trockenfilzen mit einer Nadel hat es mir damals angetan.

Ich bestellte mir ein Starterset* Wolle und Nadeln und habe seitdem ein paar kleinere Dinge gefilzt, wie z.B. ein Schneeglöckchen. Beim Filzen mit der Nadel hat man schnelle Erfolgserlebnisse. Die Filznadel hat viele kleine Widerhaken. Durch das Einstechen mit der Nadel in die Wolle verbinden sich die Fasern miteinander. Das Werkstück wird fester und kleiner dabei.

An meinen Zweigen sollten jetzt im Herbst rote Hagebutten prangen. Dafür habe ich rote Wollfasern zunächst ein wenig zu einer länglichen Kugel aufgedreht. Dann habe ich die Wolle rundherum mit mit schnellen Stichen mit der Filznadel bearbeitet, bis Form und Größe an eine Hagebutte erinnern. An ein spitzes Ende filzte ich eine kleine schwarze Kugel auf.

Um die gefilzte Hagebutte am Zweig zu befestigen, habe ich mit einem hölzernen Küchenspieß ein Loch in das Filzstück gebohrt. Das gelingt, indem man den Spieß etwas dreht. Dann eine geeignete Stelle am Zweig suchen und dort auf den Zweig stecken. Ich hatte extra noch Flüssigklebstoff besorgt, den brauchte ich aber doch nicht. Fertig.

Mir gefällt meine schnelle Herbstdekoration richtig gut. Schlicht und doch wirkungsvoll. Das ist auch ein schönes Projekt für größere Kinder. Vielleicht filze ich noch ein paar mehr Hagebutten, fädle sie auf einen dünnen Draht und drehe sie zum Kranz.








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Dienstag, 10. Oktober 2017

Zwei Monate Augustschnuppe

mit 2 Monaten...

*  ist die Augustschnuppe immer länger tagsüber wach
*  strampelt sie ganz doll mit den Beinchen und hebt sie gleichzeitig an
*  bekommt sie die süßesten Speckfalten an Armen und Beinen
*  und schöne Pausbäckchen
*  hat sie die blausten Augen der Welt
*  kringeln sich die langen Haare nach dem Baden
*  kann ich sie schlafend in den Kinderwagen legen...
*  schlafend durch die Gegend fahren...
*  und schlafend wieder zu Hause ablegen
*  ist sie immer umringt von ihren Geschwistern
*  finden alle sie "süüüüüüß"
*  duftet sie nach Zimtschnecken
*  kommt alle zwei bis drei Stunden der Hunger
*  in der Nacht auch mal alle vier Stunden
*  werden die ersten Kleidungsstücke langsam zu klein
*  horcht sie gebannt ihrer Spieluhr
*  schaut sie Personen hinterher
*  grinst sie uns sehr verschmitzt an
*  bringt sie unsere Herzen zum Schmelzen


Montag, 9. Oktober 2017

Unser Wochenende

In der Nacht von Freitag auf Samstag übernachtet Mutzelchens Freundin bei uns. Der Liebste steht gegen 7 Uhr auf und fährt gleich zum Wochenmarkt. Den Adventsjungen nimmt er mit. Als beide wieder zurück sind, frühstücken wir mit frischen Brötchen. Obwohl die Augustschnuppe nur ein Mal in der Nacht Hunger hatte, bin ich überhaupt nicht erholt und werde mich durch den ganzen Tag schleppen.

Windeln fehlen. Ich radle mit dem Lastenrad los, zum Drogeriemarkt. Vorher bringe ich noch einen Brief zur Post, der soll als Einschreiben weg. Es regnet. Zu Hause gibt es einen fliegenden Wechsel, der Liebste möchte ins riesige Einkaufszentrum AEZ zum Apple-Store fahren. Den kleinen Bruder und den Adventsjungen nimmt er mit. Sie finden Busfahren toll und erleben so einen kleinen Ausflug.

Ich darf die Augustschnuppe zu den großen Mädels legen und räume die Küche auf und bereite den Nudelauflauf für das Mittagessen vor. Mutzelchens Freundin bleibt gleich bei uns, denn am Nachmittag wollen wir Mutzelchens Geburtstag nachfeiern und ins Kindertheater fahren.

Wir haben in diesem Jahr lange überlegt, was wir machen sollen. Viele interessante Angebote bei uns in der Gegend wurden in den letzten Jahren schon von uns oder anderen Geburtstagsfeiern wahrgenommen. Dann fiel mir ein Faltblatt vom Theaterfestival "KinderKinder" in die Hände. Das fand ich gut. Ich habe ein Theaterstück ausgesucht, das auch für größere Kinder funktioniert. Wir möchten mal Improvisationstheater ausprobieren.


Ich sitze ein bisschen wie auf glühenden Kohlen, denn um Punkt 14 Uhr muss ich mit den Mädchen das Haus verlassen. Am nächsten U-Bahnhof treffen wir die anderen Geburtstagsgäste. Aber der Liebste ist noch unterwegs und es wird wirklich knapp. Wir fangen schonmal an, zu essen. Als wir fertig sind, ist der Liebste endlich da und wir können los. Es regnet immernoch in Strömen.

Am Bahnhof treffen alle pünktlich ein und wir machen uns auf nach Altona. Das dauert von uns aus knapp eine Stunde mit U- und S-Bahn. Die Freundinnen sind aber alle sehr gut drauf und die Fahrtzeit verfliegt im Nu. In Altona laufen wir durch eine große Einkaufsstraße bis hin zum Monsun-Theater, das sich in einem Hinterhof befindet.

Wir haben bis zur Vorstellung noch ein bisschen Zeit. So verteile ich die kleinen Lunchpakete, die ich für die Mädchen gepackt habe. Da wir erst zum Abendbrot wieder zu Hause sein werden, hielt ich das für angebracht. In einer Papiertüte befinden sich ein Quetschie, Salzbrezeln, Gummibärchen und ein Schokoriegel. Eine große Flasche Wasser haben wir auch dabei.

Dann dürfen wir in den Theatersaal, wo das Publikum auf einer Tribüne sitzt und von jedem Platz eine sehr gute Sicht herrscht. Es geht los. Die Schauspielerin Kirsten Sprick betritt die komplett leere Bühne und bekommt einen Anruf des Theaterdirektors. Sie soll ein fertiges Theaterstück abliefern und schwindelt, dass sie längst fertig wäre. Nach dem Auflegen verrät sie den Kindern, dass sie noch gar nichts hat und ihre Hilfe braucht.

Die Kinder sollen vier Vorschläge machen, wo die Geschichte spielen soll. Per Applaus wird entschieden: ein Zauberwald soll es sein. Und schon lässt die Schauspielerin nur durch Mimik, Gestik und ihrer Stimme einen Wald erscheinen. Ihr Kollege am Keyboard macht ein bisschen Lichteffekte und Nebel dazu und schon ist die Stimmung perfekt.

In der folgenden Stunde reisen wir mit einem Wesen namens "Spinatspaghetti" vom Zauberwald nach Italien, wo es Pizza backen lernt. Gereist wird zu Fuß, auf einem Einhorn und mit einem fliegenden Schlitten. Unterwegs trifft es noch einen Alien und die beiden freunden sich an. Zusammen kommen sie wieder im Zauberwald an. Zum Schluss sind alle Kinder mit auf der Bühne und tanzen gemeinsam.

Alles ist improvisiert und geschieht auf Zuruf der Kinder. Die Schauspielerin spielt das aber so gut, als hätte sie es vorher genau so geplant. Zwischendurch merkt man ihr an, wie viel Freude ihr das macht und wie sie die Kinder für ihre Phantasie bewundert. Wir haben eine Menge Spaß und verlassen sehr gut gelaunt das Theater. Draußen regnet es immernoch.

Auf dem Weg zum Bahnhof Altona kommen wir am Bonscheladen vorbei, in dem noch gearbeitet wird. Durch die Scheibe sehen wir Leute, die einen großen Zuckerklumpen zu schmalen Rollen walzen und dann in Stückchen schneiden. Uns läuft das Wasser im Mund zusammen. Leider ist der Laden nicht mehr geöffnet, sonst hätte ich den Mädels Bonbons spendiert. Zum Spaß fangen sie vor der Ladentür laut an, zu weinen. Und sie haben Glück! Ein Mitarbeiter schließt auf und reicht uns auf einer kleinen Schaufel noch warme Bonbons mit einem kleinen Anker drauf. Rote-Grütze-Geschmack! Wir sind im Himmel und freuen uns sehr.

Gegen 19 Uhr sind wir endlich wieder zu Hause. Es ist schon dunkel und wir sind alle ziemlich durchnässt. Der Liebste hat fertige Minipizzen in den Ofen geschoben. 63 Minipizzen werden in kurzer Zeit verputzt. Dann spielen die Freundinnen noch ein bisschen in Mutzelchens Zimmer, bis es Zeit zum Abholen ist. Eine Freundin bringe ich noch über die Straße und quatsche ein bisschen mit ihrer Mutter.

Mutzelchen ist glücklich über den schönen Tag mit ihren Freundinnen. Ich freue mich, dass ich beobachten dufte, wie nett sie miteinander umgehen und wie gut sie alle zusammenpassen.

Ich gehe ziemlich früh ins Bett und schlafe sehr schnell ein. Ich wache nicht mal auf, als die Augustschnuppe einen Schreianfall bekommt, als der Liebste sie gegen Mitternacht erst wickelt und dann die Flasche gibt.




Am Sonntagmorgen geht niemand Brötchen holen. Wir haben noch ganz viele vom Vortag übrig und so probiere ich das erste Mal "Arme Ritter" aus. Das alte Brot wird in einer Mischung aus Eiern und Milch eingeweicht und dann in der Pfanne angebraten. Wir essen sie mit Zimt und Zucker und Apfelmus. Lecker, machen wir bestimmt öfter.

Am Vormittag koche ich Hühnchen, denn zum Mittagessen soll es Hühnerfrikassee mit Reis geben. Ich habe Basmatireis aus einer Kooperative von Rii Jii zum Testen bekommen und überlege noch, wie ich ihn vorstellen soll. Da muss ich mir wohl mal ein schönes Rezept ausdenken. Auf alle Fälle ist der Reis schön duftig und klebt nicht zusammen.

Mein Bruder und seine Familie besuchen uns. Meine Nichte wird nächste Woche ein Jahr alt. Sie läuft schon und unsere Kinder, besonders die Jungs sind ganz vernarrt in sie. Nach dem Mittagessen gehen wir raus und spazieren zum nächsten Spielplatz. Die Sonne scheint von einem strahlend blauen Himmel und der dunkle regnerische Vortag scheint wie ein schlechter Traum.

Am Nachmittag verabschieden wir die Familie schon wieder. Wir machen es uns auf dem Sofa bequem und schauen "Löwenzahn" und die "Sendung mit der Maus" an. Die besten Sendungen für Kinder im deutschen Fernsehen, finde ich. Der Liebste, die Augustschnuppe und ich nickern dabei ein.

Dann ist es schon wieder Abend. Die Kinder gehen in die Badewanne. Mutzelchen fallen noch die Mathehausaufgaben ein und der kleine Bruder bringt noch eine alte Brotdose. Alles wie immer also.

Später kaufe ich mir noch ein Ticket für ein sehr interessantes Konzert, das nächsten Sonntag in der Laeiszhalle stattfindet. Von der Gruppe "Trobar e Cantar" kenne ich einige Personen und bestaune immer wieder ihr Können. Gespielt wird mittelalterliche Musik auf original nachgebauten Instrumenten. Große Empfehlung für alle, die sich das mal anhören wollen!


Noch mehr Einblicke in Familienwochenenden wie immer bei Susanne.  


Donnerstag, 5. Oktober 2017

5. Oktober 2017

"Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?" Tagebuchbloggen in seiner reinsten Form.

Nachdem die Augustschnuppe um 22:30 Uhr eine Flasche bekommen hat, schläft sie bis um 2 Uhr. Da trinkt sie aber nur die Hälfte und macht dann in die Windel. Ich wickle sie im schummerigen Schein der Salzkristalllampe. Den Rest ihrer Flasche will sie nicht mehr, sie schläft gleich weiter.

Um 5:20 Uhr werde ich wieder wach, weil sie neben mir im Beistellbettchen im Schlaf schnauft und den Kopf hin und her dreht. Das Zeichen für Hunger. Ich gehe in die Küche und mache eine Flasche. Die trinkt sie fast aus. Um 5:40 Uhr liegen wir wieder im Bett. Gerade als ich denke, ich könnte ja nun eh aufstehen, schlafe ich wieder ein.

Um 6:30 Uhr weckt mich der Liebste. Dann macht er die Weckrunde in den Kinderzimmern. Danach deckt er den Tisch, mahlt Kaffee und befüllt auch schon die Brotdosen der Schulkinder, der Gute. Ich schaue mal in den Kinderzimmern nach der allgemeinen Laune und gehe dann duschen. Dem Adventsjungen habe ich versprochen, dass ich ihm danach beim Anziehen helfe und wir gemeinsam zum Frühstückstisch gehen.

Als der Kleine angezogen ist und wir zum Essplatz gehen wollen, fängt er fast an, zu weinen, weil er der Erste am Tisch sein wollte. Sein Thema gerade: höher, schneller, weiter, Erster sein! (Neulich verkündete er unter der Dusche ganz stolz "Noch nasser!" als sein Bruder zu sein.)



Wir essen Müsli mit Obst und klären noch ein paar organisatorische Sachen für den Tag. Das Mutzelchen und der kleine Bruder haben sich heute gefressen und möppern sich an. Der Liebste bleibt noch ein bisschen und bringt dann den Adventsjungen in den Kindergarten. Draußen regnet es schon die ganze Nacht in Strömen und so muss ich nicht mit der Augustschnuppe raus. Die schläft übrigens immernoch. Das tut sie sogar bis 8:30 Uhr. Ich verabschiede alle Familienmitglieder und räume die Küche auf und schalte eine Waschmaschinenladung an.

Als die Augustschnuppe schließlich wach ist, hat sie gute Laune und schaut mich mit ihren Kulleraugen an. Ich wickle sie und gebe ihr dann die Flasche. Dann habe ich sie auf meinem Schoß und unterhalte mich mit ihr. Sie probiert immer mehr neue Töne aus. Am liebsten beguckt sie sich im Wohnzimmer das Bücherregal, das ist wohl so schön bunt. Genau 8 Wochen ist sie heute bei uns. Sie ist hellwach und gut drauf. So lege ich sie auf den Boden im Wohnzimmer und schaue mal, wie lange das klappt.



Gegen halb 10 hole ich mir einen zweiten Kaffee. Dann fällt mir ein, dass ich einen Zahnarzttermin für die ganze Familie abmachen möchte. Jedes Jahr nehme ich mir das nach den Sommerferien vor, aber am Ende sind wir meistens erst im November oder Dezember beim Zahnarzt. So wird es auch in diesem Jahr sein: für Ende November haben wir einen Termin bekommen.

Dann ist es auch schon wieder vorbei mit der guten Laune beim Baby und es wird immer eindringlicher gemeckert. Ich nehme sie auf den Arm und laufe mit ihr durch die Wohnung. Gestern habe ich so pikobello aufgeräumt und geputzt, dass ich mich so richtig wohl und gut organisiert fühle. Ich stehe mit dem Baby eine Weile am Fenster und bin wegen des Dauerregens so dankbar, drinnen zu sein. Dann setze ich mich wieder in den Sessel, nippe am Kaffee und schuckle die Kleine, die schon wieder müde wird. Schreiend muss sie das kundtun, bis sie sich mit ihrer Nase an mich kuschelt und in den Schlaf findet. Es ist 10:30 Uhr. Neben mir auf dem Tischchen steht mein Laptop und liegen die Telefone. Ich erledige ein paar Überweisungen, lese ein bisschen hier und da und telefoniere der Softshelljacke hinterher, die ich dem kleinen Bruder bestellt habe. Ah, sie ist unterwegs.



Mittlerweile schläft mir mein linker Arm ein, auf dem die Augustschnuppe liegt. Außerdem piept die Waschmaschine alle 15 Sekunden ihren nervigen Fertig-Ton. Da wacht die Augustschnuppe doch schon wieder auf. "Ögö" macht sie und strahlt mich bis über beide Ohren an. Dann sitzt aber irgendetwas quer und sie schreit.

Ich trage sie eine Weile durch die Wohnung. Das Telefon klingelt, mein Bruder ist dran. Wir telefonieren eine halbe Stunde, die Augustschnuppe lege ich derweil auf mein Bett und sitze neben ihr. Sie guckt in der Gegend rum, bis sie immer fordernde Töne macht. Ich beende das Telefonat und bereite eine Flasche zu. Um 11:30 Uhr trinkt die Kleine ihre Flasche nahezu leer, das sind 120ml. Danach wickeln und durch die Gegend tragen bis 12 Uhr. Da schläft sie ein und ich kann sie auf dem Sofa ablegen. Gesichert durch Kissen schläft sie dort weiter.

Ich bringe die Wäsche in den Trockner und schiebe eine Tiefkühllasagne in den Ofen. Ich teste mich gerade durchs Fertiggerichtesortiment, denn Zeit zum Kochen ist manchmal knapp. Die Lasagne braucht 30 Minuten. In der Zeit suche ich meine Sachen zum Trockenfilzen raus, denn ich möchte eine Herbstdekoration herstellen. Letztes Jahr habe ich mir ein Starterset* gekauft, das reicht ewig. Bis das Essen fertig ist, bleibt mir Zeit, ein paar Stücke zu filzen. Ich liebe es! Dabei fotografiere ich, denn dann kann ich es später im Blog zeigen.



Die Lasagne ist fertig und ich kann sie tatsächlich in Ruhe essen, weil das Baby noch schläft. Danach immernoch. So beschließe ich, für den Nachmittag Grießkekse zu backen. Die gehen schnell und sind superlecker. Während des Backens klingelt der Postbote und bringt mir ein sehr heiß ersehntes Paket. Ich backe erstmal fertig und warte darauf, die Kekse wieder aus dem Ofen zu holen. Währenddessen räume ich das benutzte Geschirr in den Geschirrspüler und filze noch ein, zwei Teile.

Ich öffne zum Lüften das Küchenfenster. Plötzlich fegen einige heftige Sturmböen durch die Straße und entlauben praktisch sofort die Linden draußen. Ähnlich einem Sandsturm fliegt das bunte Laub bis hoch in die Luft. Das habe ich noch nie gesehen und bekomme etwas Respekt, weil ich bald losmuss, den Adventsjungen abholen. Irgendwie bin ich unruhig, ich hätte gerne alle Familienmitglieder im sicheren Nest. Die Augustschnuppe schläft immernoch.



Nun sollte die Kleine aber so langsam mal aufwachen, denn sie soll die Flasche bekommen, bevor wir losgehen. Ich schreibe an diesem Eintrag hier, schaue aber immer wieder auf die Uhr, um zu überlegen, wann ich die Kleine nun endgültig wecken muss. Ich höre im Treppenhaus Post in den Briefkasten fallen und schaue mal nach. Drei Mal Post von Leserinnen! Wow, wie lieb! Ihr seid die Besten, danke!



Nun muss ich aber wirklich los, den Adventsjungen holen. Nur das Baby schläft immernoch. Ich packe die fertige Flasche vorsichtshalber ein. Dann nehme ich die Kleine hoch und bringe sie zum Kinderwagen. Regenplane drüber und los. Sie schläft einfach weiter. Draußen höre ich überall Martinshörner. Der Regen lässt gerade nach und da kommt sogar die Sonne raus. Ich muss im Slalom um heruntergefallene Zweige und Äste laufen. Als ich den Adventsjungen habe, laufen wir noch in der Grundschule vorbei, den kleinen Bruder holen. Bei dem Sturm ist mir lieber, er geht nicht alleine.

Zu Hause dürfen sich die Jungs ein Wassereis nehmen und ich füttere derweil die Augustschnuppe. Der Liebste hat sich von der Arbeit aufgemacht, um eine Veranstaltung an Mutzelchens Schule zu besuchen. Die beiden wollen sich dort treffen. Er gibt mir Meldungen durch, dass keine U-Bahnen fahren. Noch kennen wir das Ausmaß des Sturms gar nicht.

Ich teste endlich meine Neuerwerbung aus: eine Babytrage von Madame Jordan. Nach langem Zögern habe ich mich entschieden, solch eine Trage besitzen zu wollen. Die Manduca-Trage drückt mich nämlich neuerdings im Rücken. Ein Tuch ist mir irgendwie zu wurschtelig. Diese Trage ist eine Kombination aus dem Besten von beiden Varianten. Und nun kann ich sagen: herrlich! Warum erst jetzt?! Das ist so ein tolles Tragegefühl! Und dazu noch so schick! Die breiten Stoffbahnen fächern sich schön über meinem Rücken auf und so verteilt sich das Gewicht des Babys und ist kaum zu spüren. Sehr, sehr zu empfehlen! (auch hier bei amazon zu erwerben*)



Der Liebste schafft es leider nicht zur Schule vom Mutzelchen. Nahezu zu Fuß schlägt er sich durch. Die U-Bahnen fahren nicht, Busse auch nicht. Für eine Strecke, für die er sonst 30 bis 40 Minuten braucht, hat er am Ende fast drei Stunden benötigt. Er ist völlig fertig. Uff! Das Mutzelchen hat die Veranstaltung alleine besucht und ist danach nach Hause gekommen. Unterdessen habe ich am Telefon gehangen, Mitmütter informiert, mit dem Liebsten geschrieben und war einfach nur froh, als beide endlich zu Hause eintrudelten.

Um 17 Uhr will der Adventsjunge in die Badewanne und lässt sich Wasser ein. Dem kleinen Bruder fällt siedend heiß ein, dass ja die Schuldisko beginnt. Und die Augustschnuppe hat schon wieder Hunger. Das Telefon klingelt für das Mutzelchen. Sie macht wieder eine Übernachtung mit ihrer Freundin fürs Wochenende aus. Der Liebste berichtet von seiner Odyssee.

Um kurz nach 18 Uhr darf der Adventsjunge "Feuerwehrmann Sam" auf dem KIKA sehen. Er ist so ein Fan! Das Mutzelchen setzt sich dazu. Ich mache den beiden einen bunten Teller. Der Liebste schläft mit der Augustschnuppe im Arm ein. Um kurz vor 19 Uhr laufe ich zur Schule des kleinen Bruders. Da quatsche ich noch mit einer Frau, deren Baby an demselben Tag wie die Augustschnuppe geboren wurde. Und da kommt auch der kleine Bruder. Verschwitzt und glücklich nehme ich ihn in Empfang. Ein roter Abendhimmel begleitet uns nach Hause.



Zu Hause geht der kleine Bruder duschen und möchte noch ein Honigbrot essen. Das Mutzelchen und der Adventsjunge sind schon bettfertig. Ich mache mir schnell ein Brot, denn die Augustschnuppe hat schon wieder Hunger. Um 19:30 Uhr gebe ich ihr die Flasche und schaue die Berliner Abendschau. In Berlin hat der Sturm auch sehr gewütet. Später werden der Liebste und ich mare TV mit dem Thema "Irland" sehen, da freuen wir uns drauf. So, jetzt beende ich diesen Eintrag und verlinke ihn bei Frau Brüllen, wo noch mehr Tagebucheinträge von heute versammelt sind.


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Mittwoch, 4. Oktober 2017

Tag der Zimtschnecke

Der 4. Oktober ist der Tag der Zimtschnecke! Und wer hat's erfunden? Die Schweden! Sehr sympathisch. Von mir aus könnte das ein offizieller Feiertag werden. Denn warme fluffige Hefeteilchen bringen Wohlbefinden und Freude in die Welt, ganz bestimmt. Probiert es doch mal aus. Hier findet Ihr mein einfaches Rezept.

Gerade duftet unsere Wohnung bis in den letzten Winkel nach Zimt und Kardamom. Denn diese beiden Gewürze sind essentiell für echte Zimtschnecken. Ein ganzes Blech habe ich gebacken. Ein paar Zimtschnecken habe ich für den Liebsten aufgehoben. Die kleinen und großen Raupen Kinder werden den Rest sicher im Nu verputzen.
Fröhlichen Zimtschneckentag allerseits!


Montag, 2. Oktober 2017

Erstes Oktoberwochenende

Von Freitag auf Samstag übernachtet eine Freundin vom Mutzelchen bei uns. So sitzt am samstäglichen Frühstückstisch noch ein Kind mehr dabei. Das Wetter ist grau und regnerisch. Wir zünden das erste Mal in diesem Herbst beim Frühstück Kerzen an.

Der Liebste war schon um 6 Uhr aufgestanden, weil da eh schon die Augustschnuppe wach und hungrig war. So ist der Liebste einer der Ersten auf dem Wochenmarkt. Mit frischen Brötchen kommt er zurück. Nach dem Frühstück wollen wir nach Wulfsdorf zum Biohof fahren, weil der Adventsjunge sich das gewünscht hat. Die Geschwister haben keine Lust und bleiben zu Hause.

Der Regen hat zum Glück aufgehört. Im Laden kaufen wir noch ein paar Kleinigkeiten. Und weil es so schön leer ist und wir Zeit haben, bekommt der Adventsjunge im Hofcafé ein Eis und der Liebste und ich einen Milchkaffee. Danach drehen wir noch unsere Runde über den Hof und besuchen die Tiere. Zu Hause backe ich wieder ein Blech Apfelkuchen, dann gibt es Nudeln für alle und Trödelei den Rest des Tages.

Im Briefkasten liegt mein Elterngeldbescheid. Das ging überraschend schnell, ich hatte meine Unterlagen erst letzte Woche weggeschickt. Was?! Fünftes Kind und das erste Mal verstehe ich den Bescheid nicht. Der Betrag kann gar nicht stimmen. Ich habe richtig schlechte Laune. Nun muss ich das ganze lange Wochenende abwarten, bevor ich das klären kann.

Ich weiß jetzt gar nicht mehr, was wir noch so gemacht haben, nur, dass der Liebste und ich am Abend aus der Mediathek Reportagen über die Halligen im Winter geschaut haben. Zu schön!








Am Sonntag stehen wir auch recht früh auf. Wir möchten zum Erntedankgottesdienst in unserer Gemeinde fahren. Nach dem Frühstück gehts los.

Im Gottesdienstraum liegen schon einige Gaben, die während des Gottesdienstes noch von einigen Personen ergänzt werden. Sie gehen nach vorne und erzählen der Gemeinde, wofür sie im vergangenen Jahr dankbar waren. An Erntedank danken wir nicht nur für Speis und Trank sondern auch für alles andere, was uns an guten Dingen passiert ist.

Deshalb ist es besonders schön, dass an diesem besonderen Tag unsere Augustschnuppe in der Gemeinde gesegnet wird. Als (fast) ganze Familie gehen wir nach vorne, wo dann unsere Diakonin für die Kleine betet. Ich weiß leider gar nicht mehr, was sie gesagt hat, denn mir liefen die ganze Zeit die Tränen. Denn genau vor einem Jahr saß ich wegen der Fehlgeburt trauernd im Erntedankgottesdienst und tat mich sehr, sehr schwer mit der Dankbarkeit. Deshalb ist das Geschenk eines weiteren Kindes so unfassbar schön und kostbar.

Nach dem Gottesdienst findet in der Gemeinde ein gemeinsames Mittagessen statt. Wir fahren aber lieber nach Hause, denn das war der erste größere Ausflug für die Augustschnuppe und wir wollen erstmal schauen, wie sie das Ganze wegsteckt.

Zu Hause gibt es Gulasch. Das schmeckt uns allen sehr gut. Draußen ist es unerwartet sonnig und richtig warm. Der kleine Bruder besucht seinen Freund, das Mutzelchen bekommt Besuch einer anderen Freundin. Die beiden sind also beschäftigt.

Der Liebste und ich packen einen Picknickkorb mit Kuchen und Milchkaffee in Thermobechern*. Die Becher haben wir vor Jahren in Flensburg gekauft und erinnern mich immer an unsere Urlaube in der Gegend. Wir fahren zum Naturschutzgebiet Höltigbaum und gehen mit dem Adventsjungen und der Augustschnuppe spazieren. Endlich wird das Laub bunter!

Am Abend ist das Mutzelchen bei ihrer Freundin zur Übernachtung, die Mädels sind echt auf den Geschmack gekommen. Der Liebste bringt nach dem Sandmännchen den Adventsjungen ins Bett und geht los, den kleinen Bruder von seinem Freund abholen. Dort wird noch ein Lagerfeuer im Garten gemacht und die Erwachsenen verquatschen sich. Sie haben einen schönen Abend.

Mein Abend ist etwas herausfordernder. Die Augustschnuppe schreit fast den ganzen Abend. Das kommt echt selten vor. Ich halte sie die ganze Zeit im Arm und schuckle sie. Nebenbei läuft der Film "Gosford Park"* auf arte und ich schaue mit einem halben Auge hin. Ich entdecke ziemliche Ähnlichkeiten zu der sehr tollen Serie "Downton Abbey"*, die ich Anfang des Jahres gesehen habe.

Als der Liebste mit dem kleinen Bruder um 21:30 Uhr nach Hause kommt, tun mir die Arme weh. Die Augustschnuppe aber hat sich beruhigt und die folgende Nacht wird ganz okay.

Heute, am Brückentag, haben die Schulkinder einen Ferientag und können ausschlafen. Der Liebste fährt ins Büro. Ich bringe den Adventsjungen bis nach dem Mittagessen in den Kindergarten, denn am Vormittag habe ich einen Termin bei der Physiotherapie. Meine Schultern sind doch etwas angeschlagen und die Muskeln total verhärtet. Während der Behandlung liegt die Augustschnuppe auf ihrer Decke auf dem Boden und weint. Eine Kollegin nimmt sie auf den Arm wo die Kleine fast einschläft.

Zu Hause koche ich Kürbissuppe mit angebratenen Brotwürfeln. Das mögen die Kinder sehr gerne. Draußen regnet es ohne Ende. So bleiben wir den Rest des Tages drinnen. Mal sehen, was wir am morgigen Feiertag machen werden.


Noch mehr Einblicke in Familienwochenenden gibt es bei Susanne. Ich habe für diesen Eintrag übrigens fast zwei Tage gebraucht, ein Grund, warum ich im Moment nicht so viel blogge. Man möge mir verzeihen.








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